02.02.2026 bis 09.02.2026
Nachdem wir über die albanisch-griechische Grenze kamen, erreichten wir noch am Abend griechischen Boden und schlugen unser Lager kurz hinter der Grenze auf einer Wiese auf. Die Weide war nicht umzäunt, weswegen wir annahmen, dass hier aktuell keine Kühe wohnten, waren doch die anderen Herden, die wir gesichtet hatten, alle hinter Zäunen. Im Laufe der Nacht stelle sich dies jedoch als Irrtum heraus und wir mussten unser Lager mitten in der Nacht gegen eine ankommende Herde Rinder verteidigten. Zum Glück trugen die Kühe hier alle Glocken, sodass wir frühzeitig von ihrer Annäherung geweckt wurden und uns bemerkbar machen konnten. Die Rinder sind zwar nicht gefährlich, allerdings recht neugierig und so ein großes Tier zu erschrecken kann in einem bösen Unfall enden, wenn es aufgescheucht samt Herde über einen hinweg trampelt, zumal wir tief in unsere Schlafsäcke eingepackt waren. Als dann, kurz nachdem die Kühe vor uns geflohen waren, auch noch ein Wildschwein an uns vorbei grunzte, war die Nacht für Nani erstmal unterbrochen. Sie hielt zwei Stunden Wache, bis endlich alle Tiergeräusche außer Hörweite waren und sie doch noch ein paar Stunden Schlaf bekam. Griechenland begrüßte uns ereignisreich und das sollte so schnell auch nicht abreißen.
Die unruhige und erneut sehr kalte Nacht noch in den Knochen spürend machten wir uns daran einzupacken und wieder an die Straße zu gelangen. Ods hatte sich zuvor die Vikos-Schlucht rausgesucht, die zwar etwas abseits der Route lag, aber wirklich beeindruckend sein sollte. Also nix wie hin da! Kaum waren wir von dem kleinen Feldweg wieder auf der Schnellstraße angekommen und fingen an die Autos anzutrampen, hielt neben uns ein Polizeiwagen. Ein Beamter kam auf uns zu und wirkte bereits ziemlich streng. Er fand uns wohl nicht sonderlich sympathisch. Er fragte, von wo wir kämen und was wir hier tun würden. Nani wich seiner Frage nach dem woher ein wenig aus und beharrte darauf natürlich ganz legal über die Grenzkontrollstationen eingereist zu sein. Dass das gestern Abend war, tat dem schließlich keinen Abbruch. Frustriert darüber, dass unsere Pässe keine Stempel mit Ein- oder Ausreisedatum vorweisen konnten, dampfte der Polizist ab in Richtung Grenzstation, vermutlich um unsere Aussagen zu prüfen. Wir waren leicht beunruhigt, aber wir hatten ja nichts falsches getan und waren außerdem bereits wieder auf EU-Boden. Wir schafften es recht schnell ein Auto anzuhalten, das uns mitnehmen wollte. Das Einsteigen gestaltete sich mit unseren großen Rucksäcken etwas umständlich was uns dann auch zum Verhängnis wurde. Gerade als wir uns in das kleine Auto gezwängt hatten, hielt erneut ein Polizeiauto hinter uns und wir wurden samt unseres Gepäcks wieder aus dem Auto zitiert. „Rucksäcke Öffnen!“ war jetzt die Ansage. Von dem schroffen Auftreten des Herren recht unbeeindruckt, wollte Nani nun wissen, was denn der Anlass für die Rucksackkontrolle sei. Wir sagten, wir führten keine Zigaretten, Alkohol oder sonstige Drogen mit uns und fragten, ob er nach sonstigen Gegenständen suche. Sichtlich unerfreut darüber, dass wir uns zwar kooperativ aber nicht beeindruckt von seiner autoritären Art zeigten, herrschte er Nani an, sie habe ihn angelogen und nun sollen wir gefälligst unsere Sachen herzeigen. Teil für Teil räumten wir, mit entschuldigenden Blicken an unsere Mitfahrgelegenheit, der die Ruhe selbst zu sein schien, die vollgestopften Rucksäcke aus, bis die Ansage kam, wir dürfen wieder zusammenpacken. Das Kunststück des Rucksackspacken durfte im Anschluss gleich erneut bewundert werden, denn dann hieß es wieder alle Reißverschlüsse öffnen! Es fuhr ein weiteres ziviles Fahrzeug heran und ein aufgeregter Drogenspürhund kam herausgesprungen. Das aufgeweckte Kerlchen schnüffelte begeistert in jede Ritze unserer Taschen und fand, wie wir bereits beteuert hatten, nichts. Unter den immer weniger interessierten Blicken der umstehenden Beamten sah der uns kontrollierende Polizist ein, dass er uns heute wohl nicht mehr belangen wird und grummelte uns ein weiteres Mal an, jetzt los zu können, nur um uns und den Fahrer dann gänzlich zu ignorieren. Der hatte nämlich bis zu letzt mit seinen Papieren auf die abzusehende Fahrerkontrolle gewartet, die dann jedoch ausblieb. Schließlich hatten wir ihn weder bezahlt noch sonst hatte zuvor er etwas mit uns zutun gehabt. Nach dieser Erfahrung nun endlich im Auto sitzend, belustigten wir uns alle zusammen ein bisschen über die gerade erlebte Szene auf deutsch und griechisch, denn eine gemeinsame Sprache teilten wir nicht. Dass war aber auch gar nicht nötig, um sich zu verstehen („Policia Idiota“). Sie nahmen uns bis zur ersten Ortschaft, Kakavia, direkt hinter der Grenze mit. Dort stockten wir unsere Lebensmittel auf und machten uns auf Richtung Ortsausgang gen Vikos.
Wir stellten uns auf eine beschwerliche Strecke ein, liegt die Vikos-Schlucht und das Dorf Vikos doch am Ende einer kleinen Bergstraße und an einem der abgelegensten Orte, die wir bisher besuchen wollten. Nachdem uns eine nach Griechenland ausgewanderte Deutsche zumindest bis an die Abzweigung fuhr, warteten wir hier über mehrere Stunden auf ein Auto, was uns den Berg hinauf in das Dorf Vikos bringen konnte. Schlussendlich, kurz bevor wir aufgeben wollten, hielt dann doch noch ein netter Typ an, der eigentlich in das Nachbardorf vor Vikos wollte, uns dann aber freundlicherweise bis ganz nach oben fuhr. Dort noch mit ausreichend Zeit vor Einbruch der Dunkelheit angekommen, feierten wir unseren Erfolg und trafen die Einheimischen: Ein roter Kater, der uns laut maunzend begrüßte. Wir schauten uns die Schlucht vom Aussichtspunkt an und erspähten unten eine Kapelle, die wir als unser Nachtquartier auserkoren. Wir wollten uns gerade auf den Weg runter in die Schlucht machen, als Anna uns ansprach. Ihr Eckgrundstück direkt neben dem Ausguck wurde von fünf wirklich großen Hunden bewacht, die allesamt keine Katzen mochten und ordentlich Radau machten. Anna erzählte uns, dass sie alle ihre „Puppies“ von der Straße gerettet habe und war ebenso besorgt um uns. Sie fragte mehrfach, ob wir irgendetwas brauchten und bot uns an jederzeit wieder zu ihr hochzukommen, falls irgendwas sein sollte. Die Nacht würde wohl sehr kalt werden und wir müssten nur die Hunde auf uns aufmerksam machen, dann käme sie raus. Gerührt von dieser fürsorglichen Begegnung machten wir uns auf den Weg nach unten und wurden dabei ein gutes Stück von unserem neuen Freund, dem roten Kater, begleitet. Der Versuch ihn auf dem Rucksack von ods mitreisen zu lassen, war ihm dann aber doch eine zu wackelige Angelegenheit. Ungefähr eine Stunde dauerte der Abstieg und bereits über den morgigen Aufstieg jammernd, kamen wir schließlich ohne flauschige Begleitung an unserem heutigen Schlafplatz an. Dem Kater war der Weg dann doch etwas zu weit. Das Tal war sehr idyllisch und der Fluss umwerfend schön. Leider war die Kapelle abgeschlossen und alle Fenster vergittert. Aber die Wetterprognose sagte eine angenehme Nacht bei 8 °C ohne Regen voraus und so entschieden wir unter freien Himmel direkt am Flussufer zu nächtigen. Ods versuchte sich an einem Lagerfeuer mit feuchtem Totholz, während Nani das Abendessen vorbereitete. Es sollte Käsenudeln geben! Das Feuer und das Essen waren ein voller Erfolg und so saßen wir glücklich und gewärmt am kleinen aber feinen Feuerchen und genossen die Abgeschiedenheit der Natur.







Die Nacht blieb tatsächlich trocken und der Aufstieg am nächsten Tag entpuppte sich als weitaus weniger herausfordernd als sich der Abstieg am gestrigen Abend angefühlt hatte. Ausgeschlafen, satt und gut gelaunt war nur das letzte besonders steile Stück unangenehm aber das kuschelige Empfangskomitee stand schon in Form des roten Katers bereit. Wir versuchten auch nochmal Anna einen Besuch abzustatten, aber sie schien an dem Vormittag nicht zuhause zu sein und so machten wir uns ohne eine weitere Begegnung mit ihr daran eine Mitfahrgelegenheit runter zurück zur Hauptstraße zu erhaschen. Nach einem kurzen Plausch mit einem holländischen Paar, dass sich von uns ganz begeistert zeigte, aber leider einen Smart fuhr, quatschten wir den lokalen Schäfer an, der uns zumindest ein Stück den Berg runter an die nächste Kreuzung nahm. Von hier an wurde das Trampen sehr zäh, weil es kaum Verkehr gab. Wir wurden dann doch ein weiteres Mal ein paar Kilometer den Berg mit runter genommen, dennoch mussten wir nach dem Mittagessen einsehen, dass uns nur wenige Möglichkeiten blieben, abseits von laufen. Knapp die Hälfte der ca. 8 km langen Strecke bis zur Hauptstraße galt es zu wandern. Der Verkehr war spärlich und das Wetter frischte merklich auf. Gut so, dass wir den Marsch antraten, denn an diesem Nachmittag sollte uns keiner mehr einsammeln und so liefen wir tatsächlich die gesamte Strecke runter. So schafften wir es unser Glück etwas anzuschieben und gelangten mit dem nächsten Auto sehr schnell mit einem anderen Touristen Richtung Grenzort zurück und von dort mit einem coolen jungen Typen bis zur nächsten Stadt Ioannina!
Als wir nach einem Tipp für eine Unterkunft fragten, erzählte er uns von einem autonomen Haus, an dem wir gleich vorbeikämen. Eventuell wäre das was für uns. Wir schauten uns also das besagte Haus an und erkannten recht schnell: Das hier ist die lokale Antifa-Hochburg. Zufällig waren gerade drei Menschen vor Ort und leicht verwirrt, als wir uns vor der Tür stehend vorstellten. Irgendwie wussten wir ja auch selbst nicht so ganz, was wir eigentlich hier wollten. Wir versuchten dem neugierig aber auch verdutzt reinblickenden Aktivisten zu erklären wer wir sind und was uns hergeführt hat. Er ließ uns letztlich rein und zeigte uns die „Bibliothek“. Wir schauten uns um und machten uns mit den geringsten Griechischkenntnissen überhaupt ein Bild davon, was hier politisch aktuell die Headlines waren. Solidarisch spendeten wir ein paar Euro gegen Sticker und links-rebellische Lyrik, machten uns dann aber doch auf den Weg in das Backpacker-Hostel. Auch hier stolperten wir wieder etwas unbeholfen rein und checkten für die kommenden drei Nächte ein. Das Wetter schlug mal wieder in Gewitter um und so machten wir uns eine gute Zeit in der jungen Universitätsstadt. Trotz Regen und hektischer Stadtatmosphäre, hatten wir eine gute Zeit in dem Hostel. Wir waren nicht die einzigen, die hier unter kamen. Eine Gruppe von 5 jungen Leuten aus Deutschland verbrachten die Tage (oder besser Nächte) in der Stadt und sie sprachen, stritten und kochten viel in der gemeinsamen Hostelküche. Wir fügten uns harmonisch ein und verbrachten die Tage und Abende meist unabhängig voneinander. Nani und ods entdeckten jeweils auf eigene Art die Stadt sowie ihre schönen Bars und Cafés. Ods besichtige die Burg inklusive Museumsrundgang. Einen Abend besuchte er die Bar Beatnik, die zu dem Zeitpunkt zwar nur wenig besucht war, dafür aber eine sehr angeregte Unterhaltung mit dem Barmann bot, welcher viele Einblicke in das griechische Leben und die Probleme im Land gab. Nani fand derweilen ein cooles Studentencafé, vor dem eine Katze einen der kleinen Tische besetzte und verbrachte den Abend dort. Auf dem Rückweg bekam Nani dann doch noch Hunger und entschied sich nach einigem Hin und Her überlegen für das Libanesische Schnellrestaurant. Die Auswahl an Foodspots war hier einfach riesig, aber die Wahl war gut! Den gesamten Sitzbereich samt Bildschirmlagerfeuer und Klimaheizung hatte Nani für sich und aß Taboule und einen wirklich guten Falafelwrap.

Der folgende Tag begann für Nani mit einer Enttäuschung. Der Hostelbesitzer hatte erwähnt, dass es wohl neben ihm auch noch ein Yoga-Hostel gäbe. Nani’s Ohren wurden hier besonders hellhörig und nach einer kleinen Googlesuche war das gemeinte „Hostel“ schnell gefunden. Es war ein ganzes Zentrum mit Yogakursen, Spabehandlungen, Ausbildungsräumen und Hostel und insbesondere die Massagen lachten Nani geradezu an. Über die online Terminierung lies sich tatsächlich für den nächsten Tag etwas buchen und Nani freute sich riesig. Wie gewonnen so zerronnen kam dann allerdings die Email mit der Terminabsage. Es gab einen Fehler auf der Buchungsseite und leider sei die Person, die die Behandlungen anbot, gerade selbst auf Reisen. Frustriert darüber verbrachte Nani den Vormittag stattdessen mit einer kleinen Bummeltour durch die hübschen Straßen der Innenstadt. Ausgestattet mit Regenschirm ging das ziemlich gut und so wurde der graue Vormittag doch noch sehr schön.
Zum Abschluss verbrachte Nani viel Zeit mit Texte schreiben und ods machte sich nochmal auf den Weg, auch um ein paar Einkäufe für das Abendessen zu erledigen. Zurück in der Unterkunft machte sich die beengte Situation dann aber doch bemerkbar und wir machten der allgemeinen Küchenstreitkultur des Hostels alle Ehre. Immerhin verstanden und vertrugen wir uns im Anschluss wieder und konnten mit leichterem Herz ins Stockbett fallen.
Die Abreise aus Ioannina verlief unglaublich gut. Als nächstes Etappenziel hatten wir Patras ausgemacht, eine Stadt, die man zwangsläufig durchquert, wenn man weiter auf die Halbinsel Peloponnes will. Als Startpunkt fürs Trampen machten wir einen Kreisel neben der Uni aus. Die halbe Strecke dorthin konnten wir mit dem Bus, die andere Hälfte zu Fuß zurücklegen. Recht schnell hielt ein Auto an, wir nannten den nächstgrößeren Ort und der Fahrer überlegte zunächst, weil es nicht direkt auf seinem Weg liege. Egal, beschlossen wir und stiegen erstmal ein. Unterwegs überlegten wir gemeinsam, wie weit wir mit ihm fahren können, da nannte er seinen Zielort auf Peloponnes. „Musst du dann nicht an Patras vorbei?“ „Ja, da fahr ich vorbei“ war seine Antwort. Wir konnten unser Glück kaum fassen! So verbrachten wir die nächsten 300 km mit ihm im Auto und freuten uns dolle über den Lift. Er arbeitete als Vermittler zwischen kleinen Landwirtbetrieben und Volunteer-Plattformen wie woof oder hostelworld. Die Fahrt über diskutierten wir also über das Für und Wieder von kostenlosen bzw. kostenpflichtigen Reise- und Volunteer-Plattformen, verdiente er doch letztlich sein Geld damit.
Unser Traumlift ließ uns am Rande von Patras raus, damit er ohne großen Umweg weiterfahren konnte. Wir machten also mehr oder weniger freiwillig einen Spaziergang ins Zentrum, wo wir bereits zuvor über trustroots einen Schlafplatz zugesagt bekamen. Schnell bemerkten wir, dass die Stadt die Karnevalhochburg des Landes war. Beinahe jeder Laden und jedes Unternehmen war auffällig bunt geschmückt. Unterwegs gönnten wir uns gefülltes Pitabrot, was eine großartige Alternative zum uns sehr lieb gewordenen Byrek war, den es in Griechenland nicht mehr gibt. Unser Nachtquartier entpuppte sich als sehr linke Studenten-WG, in der wir, nachdem uns von den drei Studenten eine Dose Bier angeboten wurde, auf Sofa und Gästeklappbett übernachten durften. Den Abend verbrachten wir auf Empfehlung unserer Gastgeber in einem kleinen Lokal auf der anderen Straßenseite, in der wir den guten griechischen Wein und viel Fritiertes von der Speisekarte kosteten, dabei Karten spielten und den örtlichen Karnevalist*innen bei ihrer Schnitzeljagd zusahen.



Am nächsten Tag brachen wir auf, ohne unsere Gastgeber nocheinmal zu sprechen, denn alle lagen noch in den Federn oder waren bereits ausgeflogen. Beim Früchstück stellten wir fest, dass es schwer werden würde, an die Umgehungsstraße und aus der Stadt herauszukommen. Nach einer recht langen Busfahrt standen wir an einem schraffierten Standstreifen auf einer Auffahrt zum Highway, den wir notgedrungen als Trampspot nutzten, denn es gab sonst keine Möglichkeit, sich irgendwo gescheit hinzustellen. Für fast drei Stunden standen wir in der Kurve dicht an die Leitplanke gedrängt, während die Autos sich nicht für die schraffierte Fläche interessierten und regelmäßig unangenehm dicht an uns vorbei fuhren. Wirklich gefährlich war es für uns aber nicht, konnten uns die Autofahrer doch früh genug sehen. Nach Ewigkeiten hielt dann endlich ein Fahrzeug an. Der Fahrer fuhr zwar nur ein kurzes Stück, doch wir waren froh, hier endlich wegzukommen. Nach 20 km landeten wir an einer Landstraße, die auf den Sonntag Nachmittag nur wenig befahren war. Wir beschlossen uns hinter der Ampel zu positionieren, doch die Hunde, die um das angrenzende Café streunerten, wollten nicht, das wir an der Straße entlang gingen. Sie kamen bellend zu uns gerannt und wedelten mit dem Schwanz. Eigentlich dachten wir, dass sie uns freudig und nach Essen fragend belagern würden, doch als wir sie ignorierten und ihnen den Rücken zudrehten, erwischte einer Nani mit den Zähnen an der Ferse. Der Hund biss zwar nicht richtig zu, doch wir wurden deutlich gewarnt, dass wir hier nicht sein sollten. Wir gingen schnell hinter die Kreuzung, die offensichtlich ihre Reviergrenze war, und schauten uns Nanis Bein an. Zum Glück war die Haut nur leicht angekratzt und blutete nicht, doch würde sich in den nächsten Tagen ein unangenehmer blauer Fleck bilden. Da waren wir wohl noch glimpflich davon gekommen. Wir standen noch weitere zwei Stunden an der Straße, bis unser Hunger größer wurde als unsere Ausdauer und suchten uns eine Wiese zwischen Olivenhainen als Kochplatz. Der Platz war sehr schön, die Wiese blühte vielfältig und das Essen wurde überraschend gut. Im Olivenhain nebenan bauten wir unseren Schlafplatz auf und hatten einen sehr schönen, ruhigen Abend mit schönem Sonnenuntergang. Damit wurde der glücklose Tramptag zufriedenstellend ausgeglichen.

Am Folgetag wollten wir das Trampen erneut versuchen und stellten uns wieder hinter die Ampel. Zwar gab es nun mehr Verkehr als am Vortag, doch wir hatten wieder kein Glück. Nach rund 1,5 Stunden beschlossen wir nach einigem Überlegen uns aufzuteilen, in der Hoffnung einzeln mehr Glück zu haben. Doch kurz nachdem Nani sich von der Straße entfernte, erspähte ods einen Bus in der Ferne, der in unsere Richtung fuhr. Wir hielten ihn an und fuhren nach Pyrgos, leicht frustriert dass wir es nicht aus eigener Kraft weggeschafft hatten. In Pygros angekommen war es mittlerweile Mittagszeit. Also machten wir einen Zwischenstopp in einer Creperie und schlugen uns mit sehr schokaldigen Crêpes für gerade mal 3 Euro den Bauch voll. Nani meinte, es waren die schokoladigsten Crêpes aller Zeiten. Insgesamt ist die Reise irgendwie sehr pfannkuchenlastig. Gestärkt liefen wir zum Lidl, um uns nach längerer Zeit mal wieder mit dem allgemein bekannten Weltmeisterbrot auszustatten. Vorher fand Nani noch einen kleinen Laden, wo sie eine Gaskatusche für den Trangiakocher vermutete, welcher ihr dann sogar von der Ladeninhaberin geschenkt wurde. Zwar stellte Nani später fest, dass die Gaskatusche doch den falschen Verschluss hatte, aber das kannst du HIER nochmal im Detail lesen 😉
Am Ortsausgang versuchten wir weiterzutrampen. Mittlerweile hatte es zu regnen begonnen und ods musste feststellen, dass er seine Regenjacke nicht mehr dabei hatte. Sie hing wohl immer noch im Hostel in Ioannina. Während ods zusammen mit den Rucksäcken unter einem regengeschützten Vordach wartete, stand Nani tapfer dem Regen ausgesetzt an der Straße. Zum Glück hielt recht schnell ein Auto und noch schneller saßen wir drinnen. Auch wenn wir uns nur wenig verständigen konnten, war die Fahrerin Dora sehr herzlich zu uns. Gemeinsam fuhren wir nach Zacharo, an dessen Ortsausgang unser nächstes Ziel lag. Als wir versuchten, ihr klar zu machen, wohin genau wir wollten, hielt sie kurz an einer Tankstelle an, an der ihr Sohn arbeitete. Er dolmetschte für uns und schnell war die Fahrerin einverstanden, uns noch ein kurzes Stück zu unserem Ziel weiter zu fahren: Ein Ort namens Your Spot, der von Yannis geleitet wurde. Dazu im nächsten Text mehr!
von Katzen bekuschelt und vom Glück verfolgt, Nani und ods




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