Vom Finden des eigenen Tempos

22.01.2026 bis 25.01.2026 Nani’s Reisebericht

Die kommenden drei Tage verbrachten wir getrennt. Nani blieb noch den Vormittag in Omiš und verbrachte die Zeit mit einem Cafébesuch, und beschloss anschließend eine Runde Yoga am Strand zu machen. Kaum war die Yogamatte ausgebreitet und Nani im Begriff sich zu setzen und ihre Praxis zu beginnen tauchten vor ihr plötzlich Rückenflossen aus dem Wasser auf. Delfine! Eine Schaar Delfine schwamm unglaublich nah an der Küste vorbei und präsentierten sich malerisch. Nani konnte ihr Glück kaum fassen. Nach dem gestrigen turbulenten Tag mit viel Trauer und Zweifeln schien die Welt auf ihre weise Trösten zu wollen. Das Timing stimmte heute.

Delfinsichtung


Tief berührt von dem Ereignis begann Nani ihre Yogaeinheit nun mit ein wenig mehr Zuversicht, dass sich schon alles fügen würde und machte sich schließlich gegen Mittag auf zur Bushaltestelle – von hier ließ es sich wohl am besten trampen. Diese lag natürlich oberhalb des Orts und der Anstieg war zwar kurz aber kräftezerrend. Nach einer Verschnaufpause ging’s an die Straße. Das erste mal alleine im Ausland trampen war dann doch aufregender als gedacht. 

Doch bereits nach kurzer Zeit hielt ein Auto mit einem freundlichen jungen Mann. Wir verstanden uns gut und er war total begeistert eine Tramperin mitzunehmen. Bevor ods und Nani sich mit zeitlichem Abstand auf den Weg nach Dubrovnik machten, hatten wir noch gewitzelt, wie schnell wir uns wohl im selben Auto wiederfinden würden. Es kam wie es kommen musste. Keine 10 Minuten nachdem Nani mit ihrem Ride in Richtung Makarska unterwegs war sammelten wir ods  ein. Etwas belustig über dieses unfreiwillig schnelle Wiedersehen, trennten wir uns erneut und diesmal gelang es ods schnell mitgenommen zu werden. Nani wartete hingegen lange auf eine Mitfahrgelegenheit und wurde bereits etwas nervös, da es zum Nachmittag hin meist schwieriger wurde zu trampen und das Tageslicht gegen 17 Uhr verlosch. Dann plötzlich endete die Durststrecke und innerhalb der kommenden 1,5 Stunden wechselte Nani – back to back – in drei Autos ohne wirkliche Wartezeit zwischen den Lifts und gelangte noch vor Einbruch der Dunkelheit bis hinter Ploče. Die erste Nacht allein verbrachte Nani im Mandarinenbaumfeld hinter der Tankstelle, an der sie rausgelassen wurde. Leider war es eine sehr unruhige Nacht; Wegen des Regens und einem schlecht gespannten Tarp, musste hier nachjustiert werden, was mit nur zwei Händen und im strömenden Regen wirklich keine einfache Aufgabe war. Nani schaffte es jedoch ohne mental breakdown nachzubessern und schlief trocken geblieben, mehr oder weniger gut.

Mit dem Morgengrauen aufwachend begann Nani in Ruhe zusammenzupacken. Direkt vom Feld kommend ging’s erstmal zum Supermarkt, um dort Wasser zu kaufen. Anschließend machte Nani ihren Kaffee am Fluss, um diesen mit einer unglaublichen Aussicht zu genießen.

Kaffee am Neretva

Die 80 km nach Dubrovnik nahm Anton der Paketlieferanten Nani mit. Er erzählte in und um Dubrovnik aufgewachsen zu sein und war sich sicher einen guten Schlafplatz zu kennen, wo Nani die folgende Nacht verbringen könne. Er fuhr zu dem seiner Meinung nach super Schlafplatz, einem im Jugoslawien-Krieg zerstörten Hotel. Es war ein stark einsturzgefährdetes Gebäude, voller wohnungsloser, vermutlich drogenabhängiger Menschen und unendlich vielen Straßenkatzen. Auf den ersten Blick war klar, hier würde Nani auf gar keinen Fall schlafen.
Der Strand daneben war zwar deutlich idyllischer, aber leider auch kein guter Platz, da hier Bauarbeiten an den Strandbars vorgenommen wurden. Nani machte sich also los auf einen Spaziergang durch den gesamten Ort um zur favorisierten Stelle, einem abgelegen Strand hinter einer kleinen Kapelle, zu gelangen. Dubrovnik wurde an den Hang eines Berg gebaut und ist deshalb voller Treppen. Schwer bepackt wanderte Nani die rund 5 km, Trepp auf Trepp ab, den gesamten Vormittag über und kam ordentlich verschwitzt an.

Blick auf Dubrovnik und das Hotel – Fast am Schlafplatz angekommen

Mit Begeisterung feststellend, dass der Strand über eine zwar kalte aber funktionierende Dusche verfügt, machte Nani sich kurzerhand bei strahlendem Sonnenschein und ca 18 Grad an die schnellste und erfrischendste Dusche aller Zeiten. Den Nachmittag genoss Nani bei unerwartet großartigen Wetter und blieb hinter dem örtlichen Friedhof inklusive Kapelle und Nonnen im Garten quasi ungestört. Trotz allem fühlte Nani sich so nah an der Stadt etwas unwohl und hatte wieder eine unruhige Nacht wegen des Regens. Die Decke des überdachten Platzes war leider undicht und es tropft überall auf den Schlafplatz. Noch vor Sonnenaufgang war Nani wieder auf den Beinen und hatte trotz allem gute Laune. Die Sonne zeigte sich erneut und der Schlafsack und alle anderen Sachen ließen sich gut zum trocknen aufhängen.

Sonnenuntergang am Schlafplatz

Nani verbrachte einen weiteren ruhigen Morgen und Vormittag mit den eigenen kleinen Ritualen und machte sich anschließend auf in die gemietete Unterkunft. Leider geriet sie in den angekündigten Platzregen. Zwischen den Schauern, von Unterstand zu Unterstand laufend, kam Nani immerhin nur teilweise nass, an und konnte zum Glück etwas früher einchecken. Auch ods kam derweilen in Dubrovnik an und checkte kurz danach ein. Sowohl Nani als auch ods betrieben, wieder in guter Infrastruktur angekommen, ein bisschen Körperpflege, Wäsche waschen und Nani rasierte zum ersten mal unterwegs ihren undercut nach. Dieses Unterfangen war zum Einen recht umständlich, weil der Spiegel nicht aufklappbar war, andererseits stellte sich die Situation als sehr emotional dar. Sonst hatte diese monatliche Routine Bibo für Nani übernommen und ihr den Kopf rasiert. Nun das erste Mal alleine und immernoch aufgewühlt durch die Trennung von ods, hatte Nani ihren eigenen kleinen 2000er Britney Spears Moment, zugegeben etwas weniger dramatisch. Die Dreadlock sind alle noch an Ort und Stelle.

Nani verbrachte einen ruhigen Abend mit einer comfort Serie im warmen Bett und läutete damit auch die Stimmung des folgenden Regentags ein. Eigentlich kam dies auch sehr gelegen zum Innehalten und Verarbeiten. Außerdem hatte Nani heute ein Kuchen-Date geplant, um den Jahrestag mit Bibo zu feiern! Manchmal liegen Trauer und Freude so nah beieinander.

Dafür machte Nani sich tatsächlich doch nochmal auf durch den Regen um ein Stück Gebäck zu ergattern. Leider hatte die Bäckerei entgegen der Googlerecherche zu, sodass erstmal frustriert Zuflucht im Café nebenan gesucht wurde. Hier sitzend fuhr der allgegenwärtige Lieferservice Wolt vorbei und Nani kam die Idee hierrüber herauszufinden welche Lokalitäten an diesem Sonntag geöffnet waren. Lediglich die örtliche Tankstelle wurde angezeigt, allerdings mit Backshop – also nix wie hin. Zehn Minuten später hatte Nani ihre Tüte mit Croissants mit Schoko- und Pistaziencremefüllung in der Hand und machte sich, erneut die lange Treppe erklimmend, zurück auf den Weg ins Apartment. 

Dort verbrachte Nani ein wunderbares Kuchen-Date. Ods fing gegen Abend an essen zuzubereiten, was quasi im Schlagabtausch durch Nani übernommen wurde. So konnte Ods die Zeit ebenfalls zum telefonieren nutzen und wir verbrachten den restlichen Abend unaufgeregt. Ein richtig erholsamer Zwischenstopp.

Aufgewühlt und umsortierend -Nani

Kaum eingecheckt explodieren die Rucksäcke:D

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