Endlich geht’s los!

02.01. bis 10.01.2026

Die erste Woche unserer Reise ist um und bereits jetzt haben wir einiges erlebt: Eine Woche Bauhütte auf der Jugendburg Ludwigstein, Nanis Geburtstag in der Therme und ein ziemlich holpriger Start über Kassel bis nach Augsburg.

Auf der Burg Ludwigstein

Innenhof der Burg Ludwigstein

Aber fangen wir von vorne an: Nach einem gemütlichen Start ins Neue Jahr mit Woklet und Strandfeuerwerk in Kiel ging es für uns am 2.1. entspannt Richtung Hessen, da Bibo uns los gebracht hat. Zum Glück, denn durch den Wintereinbruch dauerte unsere Fahrt geschlagene sieben Stunden! Langsam aber dafür heil kamen wir schließlich pünktlich zum Abendessen auf der Burg Ludwigstein an und bezogen im Anschluss unsere Zimmer.

Nach dem Frühstück und der obligatorischen Morgenrunde ging es an die Arbeit auf den verschiedenen Baustellen. Bibo und Nani verpassten der Decke im Speisesaal einen neuen Look mit Akustikplatten, die die Lautstärke in Zukunft um einiges dämpfen sollen. Nach einigem Fachsimpeln, wie in diesem alten Gemäuer, in dem es keinen einzige rechten Winkel gibt, nun am schlausten quadratische Platten gerade angeklebt werden könnten, spielte sich unser Team gut ein und wir konnten das Projekt mit ein bisschen Verlängerung am 8.1. abschließen. Ods hat derweilen tatkräftig Linoleum aus dem Malteserflur gerissen, Räume verspachtelt und den Wänden im Treppenhaus einen neuen Anstrich verpasst. Die Abende haben wir mit Singerunden ums Feuer und Volkstanz ausklingen lassen.

Die Tage flogen nur so dahin und viel zu schnell war Sonntag Abend: der Abschied von Bibo stand bevor. Mit schweren Herzen standen wir nun auf dem Parkplatz und umarmten uns ein letztes Mal. Bis zu Ostern in Georgien würden wir uns erstmal nicht wieder sehen.

Wir beschlossen über Nanis Geburtstag noch auf der Ludwigstein zu bleiben, da Nani bereits anfing zu kränkeln. Um trotz der anrollenden Erkältung einen gebührenden Geburtstag zu feiern beschlossen wir den Tag in der Werratal-Therme in Bad Soden (nicht Allendorf!) zu verbringen. Dass die Einheimischen hier einen großen Wert auf die Unterscheidung zwischen den beiden Ortsteilen Bad Soden und Allendorf legen, wurde uns von der lieben Mitfahrgelegenheit nach Allendorf erklärt. Die Bahnschienen bilden hier übrigens die Grenze und nicht wie wir dachten die Werra. Unsere Mitfahrgelegenheit hat uns also in Allendorf (nicht Bad Soden!) abgesetzt, damit wir uns einerseits die Fachwerkhäuser ansehen und andererseits die Erkältungs-Einkäufe erledigen konnten. Nach einem entspannten Aufenthalt in den Saunen fuhren wir anschließend mit dem Bus zurück zur Burg und ließe den Abend mit einem Festessen nach Fahrtenart ausklingen: Zusammengewürfelt aus der Frischetheke ergänzt durch einen Fertigkuchen, der allerdings allen Erwartungen gerecht wurde.

Am folgenden Morgen sollte es also so richtig los gehen. Der Wecker klingelte hochmotiviert um sieben, damit wir pünktlich zu Tageslicht an der Straße stehen würden. Allerdings war das Wetter und unsere Immunsystem gegen uns. Der viele Schnee und die dramatische Wettervorhersage ließen uns kurz zweifeln, ob wir – nun beide durch die Erkältung angeschlagen – wirklich los ziehen oder aber doch noch bis Sonntag bleiben sollten… Wir schüttelten die Zweifel dann aber ab, packten die letzten Dinge in unsere Rucksäcke und nach einer schnellen Müslistärkung und Verabschiedung von den letzten Helfenden, die noch mit uns auf der Burg waren, stiefelten wir den Burgberg herab an die Straße.

Von Witzenhausen nach Kassel

Nach Witzenhausen kamen wir zügig und Nani wollte die Gunst der DHL Packstation nutzen, um noch schnell ein Päckchen nach Hause zu senden, als ods Rucksack plötzlich einen Ratsch von sich gab. Der Schulterriemen hatte sich ausgerissen. Nun standen wir da, noch nicht einmal an der Autobahn, als uns die erste Herausforderung in Sachen Ausrüstung bevorstand. Nach kurzer Verzweiflung ließ sich das Ganze zum Glück recht gut mit einem Zuggurt reparieren, sodass uns der Besuch beim örtlichen Schuster erspart blieb. Nun aber auf zur Autobahn! Nach Kassel kamen wir an diesem Tag noch, um dort dann geschlagene vier Stunden erst am Autohof Lohfeldener Rüssel und später an der Tankstelle zur Zufahrt A7 gen Würzburg zu stehen. Doch sollten wir heute nirgendwo mehr hinkommen. Dafür wurden wir Zeuge eines Rettungseinsatzes. Nach unserem Ortswechsel zur Tankstelle stand direkt vor uns ein LKW mit Warnblinker. Etwas argwöhnisch, da dieser unsere Auffahrt blockierte, kamen wir näher als klar wurde, hier stimmt etwas nicht. Dem Fahrer ging es wohl schon eine Weile nicht gut und durch seine Fahrmanöver auf dem Parkplatz war er auch bereits dem Tankstellenpersonal aufgefallen. Es wurden also Streife und Rettungswagen gerufen. Der Einsatz dauerte mehrere Stunden und da die Raste sich ebenso wie der Autohof als sehr schlechter Trampspot herausstellte, fragten wir bei einem Bekannten in der Stadt nach einem Schlafplatz. Dieser konnte uns zum Glück beherbergen und so zuckelten wir mit Bus und Tram in die Innenstadt, um unser Nachtlager auf der Couch zu beziehen.

Nach kurzer Wartezeit im Flur ließ uns der Bekannte herein und wir konnten uns im Wohnzimmer ausbreiten. Den Abend über hatten wir die Wohnung für uns. Wir nutzten das, um ein wirklich gutes Abendessen aus Pitataschen zuzubereiten und genüsslich zu verzehren, Danach krochen wir ziemlich schnell in unsere Schlafsäcke, denn in uns steckte noch immer die Erkältung.

Von Kassel nach Augsburg

Nani und ods beim 3. Trampversuch in Kassel

Ausgeschlafen und gut gefrühstückt probierten wir am nächsten Tag also den dritten Trampspot aus, eine Bushaltestelle am Ortsausgang in Kassel. Auch hier standen wir im kalten Schneegestöber erst einmal ohne Tramperglück, bis nach 1,5 Stunden ein Auto anhielt, dessen beschwipster Fahrer uns zwar nicht weiter nach Süden brachte, dafür aber zum nächsten Steakhaus zum Frühstück einlud. Das lag zum Glück nur 500 m weit entfernt. Dort angekommen genehmigten wir uns Pancakes und er sich einen Long Island Icetea (wohl gemerkt morgens um 10 Uhr). Wir verabschiedeten uns sicherheitshalber schnell nach diesem zweiten Frühstück, wiesen den Beifahrer und die Servicekraft auf die nicht gegebene Fahrtauglichkeit hin und gingen zu Fuß zurück zu unserer Bushaltestelle. Dort wurden wir dann endlich mitgenommen, immerhin bis zur ersten Raststätte hinter Kassel, auf der wir dann unseren Lift des Tages bis nach Augsburg fanden. Ganze vier Stunden verbrachten wir mit unserer Mitfahrgelegenheit, die für uns extra einen Umweg bis nach Augsburg fuhr und uns noch auf ein Abendessen beim Asia-Imbiss einlud. In Augsburg fand Nani dann zum Glück auch noch sehr schnell einen warmen Schlafplatz inkl. Gästebett über 1nitetent.com. Damit war unser Tramperglück wieder hergestellt und wir sehr zufrieden.

Erkältet aber satt – Nani und ods

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